Beta

Hofboard

Wer steht auf dem Hof, seit wann wartet er, wer fertigt ihn ab.

Hofboard ist ein Abfertigungsboard für den Werkshof: ein Bildschirm, auf dem steht, wer da ist, seit wann er wartet und wer ihn abfertigt. Es führt drei getrennte Zeiten je Fahrzeug – zu früh, Wartezeit, Abfertigung – und schreibt sie mit, damit eine Standgeldforderung nachprüfbar wird statt strittig. Aktuell in der Beta, fünf Plätze.

Das Hofboard: zwei Warteschlangen links, zwei Tore in Abfertigung rechts, Kennzahlenband oben.
Abbildung aus dem abgestimmten Prototyp, Daten frei erfunden.

Das Problem

An den meisten Höfen läuft die Abfertigung über Zuruf und Zettel. Der Fahrer meldet sich am Tor, jemand notiert das Kennzeichen auf einem Ausdruck, und wer als Nächstes drankommt, entscheidet der, der gerade in der Nähe steht. Wie viele Fahrzeuge warten, weiß niemand genau; wie lange der Erste schon dort steht, erst recht nicht. Die Folge sind Rückfragen in alle Richtungen: Die Disposition ruft im Lager an, das Lager fragt am Tor nach, der Fahrer fragt zum dritten Mal. Und wenn Wochen später eine Standgeldforderung auf dem Tisch liegt, steht Aussage gegen Aussage – der Zettel von damals ist längst weg, und niemand kann belegen, wann das Fahrzeug wirklich angekommen ist und wann es abgefertigt wurde.

Was das Board macht

Hofboard zeigt den Hof auf einem Bildschirm. Links stehen zwei Warteschlangen: Fahrzeuge mit Zeitfenster, nach Zeitfenster sortiert, und Fahrzeuge ohne Buchung, nach Wartezeit sortiert. Rechts stehen die Tore, je Mitarbeiter ein Fahrzeug. Zugewiesen wird durch Ziehen: Die Karte wandert aus der Schlange auf ein Tor, damit endet die Wartezeit und die Abfertigung beginnt. Eine Ampel färbt die Karten nach Wartezeit – pünktlich, über 20 Minuten, über 40 Minuten, über 60 Minuten und damit vorzuziehen. Oben läuft ein Kennzahlenband mit: wie viele warten, wie lange der Längste schon wartet, wie viele in Abfertigung sind, wie viele Mitarbeiter frei sind, wie viele heute abgefertigt wurden, dazu die Durchschnitte für Warte- und Abfertigungszeit.

Bildschirmaufzeichnung aus dem abgestimmten Prototyp, Daten frei erfunden: Ankunft erfassen, Karte auf ein freies Tor ziehen, Abfahrt buchen.

Zwei Warteschlangen

Fahrzeuge mit gebuchtem Zeitfenster stehen nach Zeitfenster sortiert, Fahrzeuge ohne Buchung nach Wartezeit. Wer zu spät zu seinem Zeitfenster kommt oder ganz ohne erscheint, verschwindet dadurch nicht aus dem Blick.

Zuweisung durch Ziehen

Eine Karte wird auf ein Tor gezogen, mehr ist es nicht. Die Zuweisung beendet die Wartezeit und startet die Abfertigung; je Mitarbeiter läuft genau ein Fahrzeug. Wer gerade frei ist, steht daneben – die Reihenfolge entscheidet der Hof und nicht der Zufall.

Ampel nach Wartezeit

Jede Karte trägt die laufende Wartezeit und eine Farbe dazu: pünktlich, über 20, über 40, über 60 Minuten. Der Letzte in der Reihe wird sichtbar, bevor er sich beschwert – und nicht erst danach.

Protokoll je Fahrzeug

Datum, Auftrag, Kundenreferenz, Art, Kunde, Spediteur, Kennzeichen, Zeitfenster, Ankunft, Zuweisung, Abfahrt und die drei Zeiten – je Tag abrufbar und als CSV ausleitbar, für die Auswertung oder als Anlage zu einer Forderung.

Kennzahlenband

Wartende, längste Wartezeit, in Abfertigung, freie Mitarbeiter, heute abgefertigt, Ø Wartezeit, Ø Abfertigung. Dieselben Zahlen für alle, die auf den Schirm sehen – am Tor wie in der Disposition.

Die Protokollansicht mit den Spalten Zu früh, Wartezeit und Abfertigung je Fahrzeug.
Abbildung aus dem abgestimmten Prototyp, Daten frei erfunden.

Anzeige im Hof, Meldung aus dem Stapler

Neben dem Board gibt es zwei weitere Ansichten. Die erste ist eine Anzeige für einen Bildschirm im Hof oder in der Halle: beide Warteschlangen und der Stand an den Toren, aus mehreren Metern lesbar und ohne Bedienung. Sie zeigt Kennzeichen, Kunde und Wartezeit – Auftrags- und Referenznummern bleiben am Arbeitsplatz, wo sie hingehören. Die zweite läuft auf dem Gerät im Stapler, auf Tablet wie auf Telefon: Der Mitarbeiter sieht das Fahrzeug, das ihm zugewiesen ist, meldet es nach der Abfertigung fertig und nimmt seine Pause selbst. Eine Pause ist erst möglich, wenn das Fahrzeug fertiggemeldet ist – ein Mitarbeiter, ein Fahrzeug, auch hier. Gemeldet wird damit dort, wo gearbeitet wird, und nicht später aus zweiter Hand.

Die Anzeige für den Hof: oben das Kennzahlenband, darunter die beiden Warteschlangen mit Kennzeichen, Kunde und Wartezeit, unten eine Zeile mit den vier Toren.
Bildschirmfoto aus der Anwendung, Daten frei erfunden.
Dieselbe Ansicht auf Tablet und Telefon: die Karte des zugewiesenen Fahrzeugs mit laufender Abfertigungszeit, darunter die Schaltflächen Fertig und Pause.
Bildschirmfoto aus der Anwendung, Daten frei erfunden.

Drei Zeitkonten statt einer Stoppuhr

Die meisten Auswertungen kennen eine einzige Dauer: von der Ankunft bis zur Abfahrt. Damit lässt sich nichts klären, denn in dieser einen Zahl steckt alles durcheinander – auch die Zeit, die ein Fahrzeug freiwillig zu früh auf dem Hof verbracht hat. Hofboard führt stattdessen drei getrennte Konten je Fahrzeug. „Zu früh“ ist die Zeit zwischen der Ankunft und dem Beginn des Zeitfensters – oder der Zuweisung an ein Tor, wenn das Fahrzeug schon vorher an die Reihe kommt. Die „Wartezeit“ beginnt mit dem Zeitfenster – oder mit der Ankunft, wenn keines gebucht war oder das Fahrzeug später kam – und endet mit der Zuweisung an ein Tor. Die „Abfertigung“ beginnt mit der Zuweisung und endet mit der Abfahrt. Alle drei Zahlen stehen je Fahrzeug im Protokoll, nebeneinander, in eigenen Spalten. Erst getrennt geführt lassen sie sich zuordnen: Für die eine Zahl ist verantwortlich, wer zu früh kommt – für die andere der Hof.

Ein Fahrzeug aus dem Protokoll: Zeitfenster 07:00 bis 07:45, angekommen um 06:17, zugewiesen um 06:42, abgefahren um 07:27. Auf dem Hof stand es 70 Minuten. Hofboard schreibt dafür 25 Minuten „zu früh“, 0 Minuten Wartezeit und 45 Minuten Abfertigung: Das Fahrzeug hat keine Minute gewartet, es war vor der Zeit da und wurde noch vor Beginn seines Zeitfensters an ein Tor gelassen. Eine einzelne Stoppuhr hätte 70 Minuten gezählt und nicht sagen können, wovon.

Standgeld ist selten strittig, weil jemand die Unwahrheit sagt – es ist strittig, weil niemand etwas belegen kann. Mit den drei Konten steht je Fahrzeug fest, wann es angekommen ist, wann es zugewiesen wurde, wann es abgefahren ist und wie viel davon auf das Konto „Zu früh“ ging. Ein Fahrzeug, das eine halbe Stunde vor seinem Zeitfenster auf den Hof fährt, hat diese halbe Stunde nicht gewartet. Weil ab der zweiten Stunde jede angefangene Stunde berechnet wird, entscheidet dabei oft eine einzelne Minute darüber, ob überhaupt eine Forderung entsteht. Das Protokoll lässt sich als CSV ausleiten und einer Forderung entgegenhalten. Umgekehrt sehen Sie genauso deutlich, wo tatsächlich zu lange gewartet wurde – und an welchem Tor.

Was es spart

Angenommen:

Fahrzeuge je Tag
50
Arbeitstage je Jahr
220
Anteil mit kostenpflichtiger Wartezeit
10 % – also 5 Fahrzeuge je Tag
Kostenpflichtige Wartezeit je betroffenem Fahrzeug
im Schnitt 2 Stunden
Standgeldsatz der Spediteure
45 € je angefangene Stunde, ab der 2. Wartestunde
Angenommene Wirkung des Boards
eine angefangene Stunde weniger je betroffenem Fahrzeug

Mögliche Ersparnis: 5 × 220 × 45 € = 49.500 € im Jahr

Eine Beispielrechnung mit offengelegten Annahmen, keine Zusage. Standgeld entsteht nicht minutenweise, sondern sprunghaft: Jede angefangene Stunde ab der zweiten kostet 45 €, ob sie voll wird oder nicht. Gespart hat deshalb nicht, wer überall ein paar Minuten schneller ist, sondern wer ein Fahrzeug vorzieht, bevor die nächste Stunde anfängt – genau dafür färbt die Ampel ab 60 Minuten und sagt „vorziehen“. Die ersten fünf Zeilen sind Betriebszahlen, die letzte ist die Annahme, um die es geht. Jeder Hof muss diese Rechnung mit seinen eigenen Zahlen neu aufstellen – nach zwei Wochen Protokoll stehen sie fest.

Anbindung

Hofboard ersetzt Cargoclix nicht – es ist die Ebene danach. Die Zeitfensterbuchung bleibt, wo sie ist; Hofboard zeigt, was auf dem Hof daraus wird, und misst die Zeiten, die in der Buchung nicht vorkommen. Dasselbe gilt für das Speditionssystem: Auftrag, Kundenreferenz, Kunde, Spediteur und Art stehen auf der Karte am Tor, damit dort niemand nachfragen muss. Beides ist optional, und beide Richtungen kommen vor: Ein Fahrzeug ohne Buchung fährt trotzdem auf den Hof und bekommt eine Karte in der zweiten Schlange; eine gebuchte Ankunft, zu der niemand erscheint, bleibt sichtbar statt zu verschwinden. Wie die Anbindung in Ihrem Haus konkret aussieht, klären wir vor der Einrichtung – die Systeme heißen CarLo und Cargoclix, die Wege dorthin sind nicht immer dieselben.

Betrieb

Hofboard läuft als Docker-Container in Ihrem eigenen Netz, auf einem Server, der Ihnen gehört – oder, wenn Ihnen das lieber ist, bei uns als gehosteter Dienst. Im eigenen Netz betrieben braucht es keine Verbindung nach draußen: Es hängt an keiner fremden Cloud, und fällt die Internetleitung aus, arbeitet das Board weiter. Diese Variante ist datenschutzrechtlich zugleich die einfachste, denn was dabei entsteht – Kennzeichen, Namen, Zeiten – verlässt das Haus gar nicht erst. Mehrere Arbeitsplätze sehen denselben Stand: Was am Tor zugewiesen wird, steht im selben Moment auf dem Schirm in der Disposition, ohne dass jemand eine Liste weiterreicht.

Was Beta heißt

Hofboard ist in der Beta. Das heißt: Die Anwendung ist gebaut und mit einem Betrieb abgestimmt, aber sie ist nicht fertig, und wir sagen das lieber vorher als hinterher. Wer einen Beta-Platz nimmt, bekommt die Einrichtung im eigenen Haus, einen festen Ansprechpartner statt eines Ticketsystems und Änderungen, die aus dem täglichen Betrieb kommen, bevorzugt umgesetzt. Im Gegenzug erwarten wir Ihre Erfahrungen: was fehlt, was stört, was anders läuft als gedacht. Fünf Plätze – mehr nicht, weil wir jedem davon zuhören wollen.

Beta-Konditionen: 50 % Nachlass während der Beta, dauerhaft 30 % für die ersten fünf Betriebe – bezogen auf den späteren Listenpreis, im Gegenzug für eine namentliche Referenz nach drei Monaten. Einen Listenpreis gibt es heute noch nicht.

Ein Enddatum hat die Beta nicht – sie endet, wenn die Punkte abgearbeitet sind, die in ihr auftauchen. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für Anfang 2027 geplant.

Fragen zu Hofboard

Ersetzt Hofboard unsere Zeitfensterbuchung bei Cargoclix?

Nein. Cargoclix vergibt das Zeitfenster, Hofboard zeigt, was daraus auf dem Hof wird – wer tatsächlich angekommen ist, wie lange er wartet, wer ihn abfertigt. Die beiden stehen nicht nebeneinander, sondern hintereinander: Buchung vorher, Hof danach. Eine bestehende Zeitfensterbuchung ist deshalb kein Grund gegen Hofboard, sondern die bessere Ausgangslage.

Brauchen wir CarLo, damit Hofboard läuft?

Nein. Auftragsdaten machen die Karten am Tor vollständiger – Auftrag, Kundenreferenz, Kunde, Spediteur –, notwendig sind sie nicht. Ohne Anbindung tragen Sie ein ankommendes Fahrzeug über „LKW angekommen“ von Hand ein; die Zeitmessung und das Protokoll funktionieren genauso.

Läuft Hofboard ohne Cloud?

Ja. Der übliche Weg ist ein Docker-Container auf einem Server in Ihrem Netz; dort läuft das Board auch dann weiter, wenn die Internetleitung ausfällt. Wer keinen eigenen Server dafür stellen will, bekommt Hofboard als gehosteten Dienst bei uns – an der Anwendung ändert die Wahl nichts, nur daran, wo die Daten liegen.

Stand: · Michael Sous, Geschäftsführer ITERAVO

Hofboard: Abfertigungsboard für den Werkshof – ITERAVO